Martin Kowalske

Fachanwalt für Strafrecht

Schwanenwik 10
22087 Hamburg
Tel. 040/822 30 18
Fax: 040/82 93 38
mk@biermann-ratjen.de

Erste Hilfe

Diese Regeln gelten in Ermittlungsverfahren, die Kapital-, Wirtschafts- oder Betäubungsmittelstrafrecht betreffen, ebenso wie in Graffitiverfahren, ersetzen jedoch keine Rechtsberatung im konkreten Einzelfall !

01

Ein erster Kontakt mit den Ermittlungsbehörden ist zumeist unfreiwillig und oft überraschend. Machen Sie zunächst keine Angaben zum Tatvorwurf. Erwidern Sie freundlich aber bestimmt, dass Sie sich erst mit Ihrem Rechtsanwalt beraten wollten. Wenn man Sie nach Ihrem Einverständnis befragt (wozu auch immer), gilt dasselbe.

02

Bei Durchsuchungen gilt die obige Regel erst recht. Ihre Höflichkeit bedeutet nicht, dass Sie einverstanden sind. Machen Sie auch hier keine Angaben zur Sache. Legt man Ihnen ein Sicherstellungsprotokoll vor, dann schreiben Sie Widerspruch und ansonsten unterschreiben Sie nichts. Ihr Handlungsspektrum ist ohnehin gering. Ich wundere mich mitunter über Verhaltenstipps, die anmuten, als würde man einer Person inmitten eines gegen diese gerichteten körperlichen Angriffs ein Karatehandbuch zuwerfen. Wie Sie auf die Durchsuchung und Beschlagnahme im Weiteren reagieren, sollten Sie umgehend mit Ihrem Rechtsanwalt besprechen. Im Übrigen mag der Leser sich selbst fragen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass sich die eigens zur Durchsuchung erschienenen Beamten aufgrund Ihrer Kritik, Einwendungen etc. unverrichteter Dinge wieder verabschieden.

03

Auch im Falle einer Verhaftung geben Sie lediglich Ihre Personalien an und machen Sie keine Angaben zur Sache. Informieren Sie Ihren Rechtsanwalt, der alles weitere übernimmt.

04

Sollten Sie einer Straftat beschuldigt werden, so steht Ihren Angehörigen nach § 52 StPO ein Zeugnisverweigerungsrecht zu. Über dieses Schweigerecht sollten Sie diese ggf. in Kenntnis setzen.

05

Es nutzt Ihnen nichts, wenn Freunde angeben, sie würden einen ähnlichen Fall oder 30 wichtige Urteile kennen. Keines dieser Urteile betrifft Ihren Fall, sonst wüssten Sie hiervon. Einen qualifizierten Rat in Ihrer Sache kann Ihnen nur geben, wer qualifiziert ist und Ihre Akte kennt.